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April 2018   Wir haben wieder Sumpfschildkröten!

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist die einzige Schildkrötenart, die bei uns heimisch ist. Sie ist stark vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum, natürliche Flussauenlandschaften, mehr und mehr verschwindet und weil sie dort auch noch von ausgesetzten Exoten wie Schmuckschildkröten verdrängt wird. Es gibt heute nur noch Restpopulationen von nachweislich heimischen Tieren in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg. In Bayern gilt sie als ausgestorben.

Im letzten Jahr haben wir von einem Züchter aus dem Hessischen „Emy“ und „Emma“ bekommen, zwei weibliche, einjährige Schildkrötenbabys, die wir seitdem im Weihergrundstück pflegen (Bilder unten). Den Sommer verbrachten Emy und Emma in einem Aquaterrarium (ein Schauterrarium mit Wasser- und Landteil). In ihr großes Teichgehege dürfen die Jungtiere erst mit drei Lebensjahren, weil sie sonst leichte Beute für ihre vielen Fressfeinde wären wie zum Beispiel Raubvögel, Ratten, Marder oder Waschbären.

In der Natur suchen sich die Tiere im September/Oktober einen Platz unter Pflanzenwurzeln in einer Wassertiefe, wo auch im Winter eine konstante Temperatur von 4 Grad plus herrscht. Dort fallen sie allmählich in die Winterstarre. Sie fressen dann nicht mehr und fahren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunter. Die Körpertemperatur der wechselwarmen Reptilien sinkt mit der Umgebungstemperatur und sie können sich nur noch sehr langsam bewegen. Das Herz schlägt dann nur noch drei- bis fünfmal in der Minute. Unter einer Eisschicht tief im Teich wäre Luft holen nicht mehr möglich, deshalb greift die Natur zu einem raffinierten Überwinterungstrick: Die Lungenatmung wird eingestellt und die Schildkröten atmen dann sozusagen mit dem Hinterteil, indem sie über den Körperausgang ihre Analsäcke mit Wasser füllen und leeren. Dabei wird ein Teil des im Wasser enthaltenen Sauerstoffs vom Körper aufgenommen und im Gegenzug Kohlenstoffdioxid abgegeben. Das verbrauchte Wasser wird ausgestoßen.

Unsere Schildkrötenbabys verbrachten den Winter sicherheitshalber im Gemüsefach eines Kühlschranks bei konstanten +4 °C. Nun sind sie seit Anfang März 2018 aus ihrer Winterstarre erwacht. Schrittweise und langsam „aufgetaut“ zeigen sie bereits wieder einen gesunden Appetit auf Fisch, rote Mückenlarven, Schildkrötenpudding, Rinderleber und Eismeergarnelen und was sonst noch Leckeres auf dem Speiseplan steht. Für eine gute Entwicklung brauchen sie eine vielseitige Ernährung. Gefüttert werden sie immer in einer alten Suppenschale, damit das Wasser im Aquaterrarium sauber bleibt. Um den Gesundheitszustand zu überwachen, werden die beiden regelmäßig gewogen und in ein paar Tagen dem Tierarzt vorgestellt, der sie nach der Winterruhe begutachtet. Nach ihrem Appetit zu urteilen, sieht es aber so aus, als hätten sie alles gut überstanden! 

Vielleicht besucht ihr Emy und Emma mal?

Auf ein gutes neues Schildkröten-Jahr im Weihergrundstück!

März 2018     Ulrike Maisel

Nachtrag zu den Emys

Am 1. Mai hat sich eine der beiden Schildkröten unter Steinen eingeklemmt; sie konnte sich nicht mehr befreien, und so ist sie leider erstickt.

"Deine Stadt und Du" - Erlanger Nachhaltigkeitstage 2018 

Die Naturschutzgemeinschaft Erlangen hat sich am Samstag 22.09.2018 zum zweiten Mal nach 2016 an der Veranstaltung "Deine Stadt und Du" mit einem Stand beteiligt und mit einer Reihe von Postern die NGE den Besuchern vorgestellt. Im Besonderen hat Ulrike Maisel den naturnahen Garten hervorgehoben; an Hand von Bildern hat sie die Bedeutung und Notwendigkeit von Wildbienen aufgezeigt.